LinkedIn als Schlüssel zum Erfolg im Headhunting und Recruiting: Fünf Hacks für Personalberater

Britta Behrens
Social-First Agentur Nerds

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In einer Zeit des Fachkräftemangels und der intensiven Suche nach den richtigen Talenten führen passive herkömmliche Methoden zu wenigen und oft ungeeigneten Bewerbern. Personalberater müssen den Fokus auf Active Sourcing und Social-Recruiting-Advertising legen, um erfolgreich zu sein. In diesem Artikel werden wir beleuchten, wie LinkedIn als tägliche B2B- und Karriereplattform die besten Voraussetzungen bietet, um die richtigen Kandidaten zu finden und wie Sie als Personalberater mit fünf Hacks durchstarten können.

Starten wir mit Fakten: Unbesetzte Stellen kosten Unternehmen Geld. Ganz branchenunabhängig liegen die Kosten im fünfstelligen Bereich, mit Vakanzzeiten zwischen 60 und 150 Tagen.

Gerade in der IT, dem Gesundheitssektor und dem Vertrieb kostet es Unternehmen beinahe Jahresgehälter, vakante Stellen zu haben. Bei solchen Kosten ist das wichtigste Ziel, Vakanzen zu verkürzen und effizient hochwertige Bewerber zu finden. Effizientes Hiring spart dem Unternehmen Geld, also setzen wir genau dort an.

Hack 1: Aufbau eines starken Netzwerks

Ein starkes Netzwerk auf LinkedIn ist entscheidend für den Erfolg im Headhunting und Recruiting. Es ermöglicht nicht nur die Identifizierung und Qualifizierung potenzieller Kandidaten, sondern beschleunigt auch spätere Besetzungen. Als Personalberater können Sie klar und professionell auf potenzielle Kandidaten zugehen, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Zeigen Sie Interesse an der Person, informieren Sie sich über LinkedIn und bauen Sie Beziehungen auf.

Hack 2: Personal-Branding und Profilpflege

Einen Schritt weiter können Sie gehen, indem Sie sich als Personalberater aktiv als Experte positionieren und sich aktiv den Mitgliedern in der LinkedIn-Community präsentieren. Ihr Profil und Ihr Personal Branding sind entscheidend, um von potenziellen Kandidaten wahrgenommen zu werden. Zeigen Sie Ihre Expertise und Ihren Mehrwert. Berichten Sie von Positionen, die Sie kürzlich oder in der Vergangenheit erfolgreich besetzt haben, in welcher Branche Sie Talente rekrutieren und wie Sie für Auftraggeber vorgehen. Ihre Glaubwürdigkeit steigern Sie durch das Veröffentlichen passender Inhalte mit Mehrwert und durch das Interagieren mit anderen Fachexperten.

Bei der Nutzung von LinkedIn für Recruiting ist es wichtig, sich auf echte Ziele zu konzentrieren, anstatt lediglich auf Vanity-Metriken zu achten. Das Hauptziel besteht darin, die Sichtbarkeit im eigenen Netzwerk zu erhöhen und direkten Kontakt sowie Austausch mit Experten herzustellen, die zu den offenen Stellen passen. Dies dient dazu, Vertrauen aufzubauen und langfristige Beziehungen aufzubauen.

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Quelle: Stepstone, 2022

Um dieses Ziel zu erreichen, sollten Sie nicht nur eigene Beiträge veröffentlichen, sondern auch strategisch bei relevan-ten Zielpersonen kommentieren. Dies ermöglicht es, in einen Dialog einzusteigen und auf Grundlage dieser Interaktionen gezielte 1:1-Nachrichten zu initiieren.

Hack 3: Der Social-Recruiting-Index

Ein entscheidender Hack, um LinkedIn als Schlüssel zum Erfolg im Headhunting und Recruiting zu nutzen, ist die Kenntnis und gezielte Verbesserung Ihres Social-Selling-Index (SSI). Der SSI ist für jedes LinkedIn-Profil zugänglich und sollte von jedem Mitglied beachtet werden. Unter „linkedin.com/sales/ssi“ können Sie Ihren persönlichen SSI abrufen, der täglich aktualisiert wird.

Der SSI hat einen direkten Einfluss auf die organische Reichweite Ihrer Beiträge und somit auf Ihre Sichtbarkeit auf der Plattform. Er besteht aus vier Komponenten: dem Aufbau Ihrer professionellen Marke, dem gezielten Finden der richtigen Personen, dem Wecken von Interesse durch Einblicke und dem Aufbau von Beziehungen.

Jede Komponente hat einen Anteil von 25 Punkten, und der SSI reicht von 0 bis 100. Es ist entscheidend, Ihre SSI-Punktzahl zu verbessern, um Ihre Aktivitäten auf LinkedIn effektiver zu gestalten.

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Der SSI ist kein Maßstab, den Sie täglich durch künstliche Aktivitäten steigern sollten. Vielmehr zeigt er Ihnen, was für eine erfolgreiche Kommunikation und Networking auf LinkedIn erforderlich ist. Ein SSI-Wert über 50 kann sich erheblich auf Ihre Reichweite auswirken. Es ist jedoch nicht notwendig, den kostenpflichtigen Sales Navigator zu erwerben, um Ihren SSI zu steigern. Ihr SSI zeigt Ihnen, wo Verbesserungspotenzial besteht und hilft Ihnen dabei, Ihre Präsenz auf LinkedIn strategisch zu verbessern, was wiederum Ihre Chancen im

Kümmern Sie sich um ihr Profil, engagieren Sie sich mit eigenen Beiträgen und Kommentaren auf der Plattform und erweitern Sie regelmäßig Ihr Netzwerk mit potenziellen Kandidaten und Geschäftsbeziehungen.

Hack 4: LinkedIn Ads für gezieltes Targeting

LinkedIn Ads können aufgrund des beruflichen Targetings eine starke Unterstützung für Social-Recruiting-Aktivitäten bieten und nicht mehr im Repertoire eines Headhunters fehlen. Um qualifizierte Kontakte zu gewinnen und Positionen schneller zu besetzen, sollten Sie als Personalprofi die Vorteile für die Bewerber glasklar herausstellen und auf hochwertigen Werbemitteln platzieren. Der nachgelagerte Bewerbungsprozess sollte dann digital und interaktiv stattfinden. So können Bewerber mobil starten und bequem erste Schritte erledigen, ohne 08/15-Webformulare nutzen zu müssen. Denn auch im Hiring-Process zählt jeder Touchpoint – vor allem der erste. Wir von den Nerds konnten so für den Kunden HomeServe 50 Bewerbungen für 20 Euro im Schnitt erzielen.

Hack 5: LinkedIn Sales Navigator

Der LinkedIn Sales Navigator kann ein sehr starkes Werkzeug sein, um die richtigen Menschen zu finden und anzusprechen. Eigentlich ein Tool für Sales Teams, eignet er sich aber vor allem auch für die Candidate Journey – anstelle einer Lead Journey. Empfehlenswert ist das Tool nahezu für jeden im Recruiting-Prozess. Aber vor allem Personal-beratungen mit sehr niedrigem Budget – die keine Werbung auf LinkedIn schalten möchten – können mit diesem Tool ihre Recherche deutlich professionalisieren. Dieses Tool ermöglicht die Erstellung von Kandidaten- und Joblisten sowie den Versand von Kontaktanfragen und Nachrichten. Für den Start absolut sinnvoll, um die teure Talent Solution Lizenz vorerst zu sparen. Prädikat: empfehlenswert.

“We are hiring”-Posts haben wir alle zur Genüge gesehen. Aber genau hier liegt Ihre Chance: als Personaler auf LinkedIn aufzufallen, ist noch vergleichsweise einfach.